Brigitte.de: Anatomie eines Socialstorm

Auf dem ConventionCamp in der Session "We survived the Shitstorm" habe ich gelernt, dass man einen Shitstorm auch als Socialstorm bezeichnen kann. Das ist dann neutraler. Die Kollegen von Brigitte.de waren scheinbar nicht in besagter Session, in der zwei Vertreter von Continental und Jack Wolfskin ihre Erfahrungen mit Socialstorms teilten und darlegten, was damals falsch gemacht wurde.

Mit dem Artikel Männer, die Skateboard fahren hatte Brigitte.de es nämlich geschafft, einen (sozialen) Sturm der Entrüstung zu entfachen und damit wiederum einen ganzen Schwung voll Kommentare zu generieren, die teilweise unterhalb der Gürtellinie angesiedelt waren.

In der Reaktion darauf wurden die gleichen Fehler gemacht, wie schon bei Continental und Jack Wolfskin zuvor. Glücklicherweise sind die Stellungnahmen seitens Brigitte.de direkt als Ergänzung in den Text eingeflossen, so dass sich im Nachhinein noch sehr schön nachvollziehen lässt, wie die Nummer abgelaufen ist. Zuerst die Trotzreaktion: Darauf beharren, dass man sich nichts hat zu Schulden kommen lassen, die Kommentarfunktion sperren und bestehende, nicht gefällige Kommentare löschen.

Anschließend leichtes Zurückrudern, nachdem man merkt, dass sich die Wogen auf diese Weise nicht glätten lassen. Schlussendlich realisiert man, dass man in einem bi-direktionalen Dialogmedium nicht einfach durch Abgeben eines Statements Fakten schaffen kann, sondern in einen Dialog mit der Gegenseite treten muss. Damit sind dann die Voraussetzungen geschaffen, dem Socialstorm ein Ende zu bereiten.

In der Praxis ist es natürlich immer empfehlenswert, die Schritte eins und zwei zu überspringen. Aber vielleicht sind das auch Erfahrungen, die Unternehmen einmal machen müssen.